18. August 2019

AKTUELLES

Schmiede liefert Harnische und Helme

Papst-Leibgarde kauft in Molln ein

„Bei uns tut sich ganz schön was,“ lacht Johann Schmidberger (36). Kunden aus der ganzen Welt schätzen die Schmiedearbeit seiner Familie. Es ist Handarbeit der Extraklasse. Jährlich kommen etwa 1.500 Besucher, um die 669 Jahre alte Manufaktur in Molln zu bestaunen.


Johann Schmidberger (68) mit seinen Söhnen Johann (36) und Georg (34) bei der Arbeit. Gruppen ab zehn Personen können den Betrieb und das Museum „Alte Schmiedekunst“ besuchen. Auf Wunsch wird auch Bier gestachelt. Anmeldungen: 07584/3073.

„Auf diesem Hause haftet die Schmiedegerechtigkeit“ steht bei der „Schmidten bei der Lacken“ im Grundbuch aus dem 18. Jahrhundert. Das Privileg der Theresianischen Schmiedegerechtigkeit wurde dem Meisterbetrieb von Maria Theresia verliehen, weil er seit mehr als 200 Jahren bestand. Genau gesagt seit 1350.
Seit mehr als 200 Jahren arbeiten hier nun die Schmiede der Familie Schmidberger. Ihr Spezialgebiet ist das Mittelalter. Ihre Schwerter, Blankwaffen und Harnische findet man in Opern- und Schauspielhäusern sowie Museen im In- und Ausland, bei Sammlern und historischen Vereinen.
Für die 120 Schweizergardisten im Vatikan wurden seit 2009 von Johann und seinem Bruder Georg (34) 80 Harnische geliefert. Seit dem Vorjahr fertigt Johann für die Papst-Leibgarde auch Originalhelme, nachdem ein Prototyp aus Molln im Stiftungsrat der Garde Gefallen gefunden hatte. Vier Schmidberger-Helme befinden sich schon in Rom, bis April folgen fünf weitere.
Die nun pensionierten Eltern der Schmiede-Brüder hatten in den letzten zehn Jahren auch Spezialaufträge. Vater Johann restaurierte in einer eigens eingerichteten Schauschmiede in der Burg Hochosterwitz in Kärnten Burginventar, Mutter Hildegard arbeitete in dieser Zeit als Kastellanin, also Burgverwalterin.