08. Dezember 2019

AKTUELLES

Über 40 Jahre als Lebensretter im Einsatz

Sie retten gemeinsam mit Ärzten Leben: Notfallsanitäter ist ein hochqualifizierter Beruf. Nur wenige sind in Oberösterreich so lange als professionelle Lebensretter tätig wie Leo Hartl (62) vom Roten Kreuz und Peter Feichtner (61) vom Samariterbund. Zwei Notfallsanitäter mit Herz!


Leopold Hartl (links) vom Roten Kreuz und Peter Feichtner vom Samariterbund sind seit Jahrzehnten als hochqualifizierte und engagierte Lebensretter mit Notarzteinsatzfahrzeugen und Notärzten unterwegs. Foto: Dr. Markus Hödl

Obwohl seit wenigen Monaten in Pension, ist Leopold Hartl weiter im Dienst als freiwilliger Notfallsanitäter beim Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) 1 in Linz und beim NEF Zwettl an der Rodl. „Ich habe im Oktober 1978 beim Roten Kreuz als Zivildiener begonnen, bin dann 1983 zum Notarztwagenteam gestoßen und seither hat mich dieser Beruf nicht mehr losgelassen. Solange ich die fachliche Qualifikation habe, werde ich gerne weitermachen“, sagt Hartl, der von 1988 bis 2013 auch als Flugretter am oberösterreichischen Notarzthubschrauber tätig war.
Sein Pendant beim Samariterbund in Linz ist Peter Feichtner, seit 1977 aktiv und noch immer als Notfallsanitäter am NEF 3 – wenn auch in Altersteilzeit ­– tätig. „Die Ausrüstung in den Krankenwagen vor 40 Jahren ist mit heute nicht mehr zu vergleichen. Das kann sich ein junger Kollege, der heute tätig ist, kaum vorstellen“, sind sich Feichtner und Hartl einig.
Übrigens, der erste Notarztwagen (NAW) Österreichs wurde 1974, also vor 45 Jahren, vom Roten Kreuz in Linz in Betrieb genommen. „Das war ein großer Schritt. Und bis heute hat sich im Rettungsdienst unglaublich viel bei der Ausrüstung, beim Wissen und der Ausbildung geändert. Das hat unsere oft belastende Arbeit doch leichter gemacht“, sagt Leo Hartl und Peter Feichtner ergänzt: „Der Samariterbund ist 1989, also vor 30 Jahren, in Linz ebenfalls mit der Einrichtung eines Notarztwagens gefolgt. Seit dieser Zeit bin ich im Notarztdienst tätig und möchte diese Erfahrungen nicht missen“.
Durch die Stationierung von NAW wurde die notfallmedizinische Versorgung der Bevölkerung entscheidend verbessert. Viele Menschenleben konnten dadurch gerettet werden. Aber in den vergangenen 30 Jahren haben Leopold Hartl und Peter Feichtner dennoch in ihrer Tätigkeit auch großes Leid und Trauer erleben müssen. Dies verarbeitet Hartl mit Bergwandern und der Imkerei, Feichtner mit Sport.
Die Umstellung der Notarztwagen auf Notarzteinsatzfahrzeuge im Jahr 2003 waren für beide Notfallsanitäter kein Problem: „Das hat für uns keinen großen Unterschied gemacht, weil durch die jahrelange Erfahrung der Wegfall eines Kollegen – beim NAW gab es ja zwei Notfallsanitäter im Fahrzeug – durchaus zu kompensieren war und es bereits sehr gut ausgebildete Kollegen im normalen Rettungsdienst gibt“.
Eines ist sicher: Wenn Leo Hartl und Peter Feichtner endgültig in Pension gehen, wird ein bedeutendes Stück der Geschichte des Notarztdienstes in Oberösterreich zu Ende gehen.